Stadtkirchensanierung - Archiv
14.05.2021
'Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!',
Sprüche 31,8
Diese Aufforderung werden Sie sicher gern unterschreiben. Schließlich wird darin biblisch-christliche Tradition auf den Punkt gebracht. Wir tragen Verantwortung für die Schwachen, für die, die sich nicht wehren können, und haben die Starken und Überlegenen in ihre Schranken zu verweisen, wenn sie ihre Stärke gnadenlos ausspielen.
Und die Tatsache, dass, wenn wir mit dem Zeigefinger auf andere weisen, zeitgleich mindestens drei Finger auf uns selbst zeigen, ist uns dabei auch nicht fremd. Wir sollen reden und den Mund aufmachen. Denn mit Reden fängt doch alles an und dann kommen vielleicht das Handeln und die Aktion.
Beim Nachdenken über den Monatsspruch für den Monat Mai sind für mich die Tiere selbstverständlich mit dabei. Das kann man ablehnen. Ich kann es nicht.
Mir sind die Gedanken von Alber Schweitzer, wie er sie in seiner Ethik von der „Ehrfurcht vor dem Leben“ beschreibt, wichtig. Für jene Tiere, die von ihren Besitzern als individuelle Persönlichkeiten wahrgenommen werden, erhebe ich hier nicht meine Stimme. Ich erhebe sie für die, deren Einzelteile bei uns möglichst preisgünstig in Fleischtheken liegen und die besonders in den vor uns liegenden Monaten als willkommenes Grillgut verspeist werden.
Worüber würden die Tiere aus den Tierindustrien Land auf, Land ab reden, wenn sie es könnten? Die Antwort liegt auf der Zunge. Sie würden uns bitter verklagen. Christian Morgenstern hat einmal gesagt: „Wenn beim Jüngsten Gericht ein Tier dabei ist, dann Gnade uns Gott.“
Es ist eine religiöse Grunderkenntnis, dass Gott an der Seite der Schwachen ist, und es ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass Tiere leidensfähig sind wie wir: Stress, Schmerz, Enge, Langeweile … Man kann viel über den Unterschied zwischen Mensch und Tier sagen und wir sollten uns auch der Unterschiede bewusst sein. Aber in einem sind sie uns gleich: Sie können leiden, denn sie haben dieselben Sinne wie wir.
Die Forderung der Kirche ist klar und deutlich: maximal 300 Gramm Fleisch pro Woche, am besten fleischfrei, mehr hält unsere Erde nicht aus.
Crazy Horse, ein Anführer der Oglala-Indianer, behauptete vor über 200 Jahren: „Wenn du ein Tier streichelst, dann nimmst du seinen Geist auf und teilst ihm den deinen mit. Die Liebe erlaubt diesen geheimnisvollen Kontakt der Seelen.“ Ich wünsche Ihnen die Möglichkeit, eins dieser Geschöpfe Gottes in den vor uns liegenden Monaten besser kennenzulernen, vielleicht sogar streicheln zu können. Es wird ihnen guttun.
Für mich als Pferdenarr gehört es zu den schönsten Momenten im Wonnemonat Mai, wenn ich dabei bin, wenn eine neue Koppel mit frischem Grün für die Tiere freigegeben wird. Die Freude, die bei manchen Pferden in kindlich übermütigen Galoppsprüngen ihren Ausdruck findet, springt dabei auf mich über und ich bin glücklich diese wunderbaren Geschöpfe so ausgelassen erleben zu können. Ich stelle mir gerade vor, was Schweine, Kühe und Hühner in so einer Situation für Freudentänze aufführen würden.
Herzlich grüßt
Ihr Pfarrer Tilman Krause
Konzertreihe "Musik-Welt-Kirche"
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