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Augenblick mal...
Gedanken, Meditationen, Predigten - Archiv

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04.09.2008

Die Würde des Menschen

Am 9. November 2008 jährt sich der 70. Jahrestag der Reichsprogromnacht.
Auch wir als Ev. Kirchgemeinde werden dessen gedenken.

Zudem begeht die Evangelische Kirche Mitteldeutschland ( EKM) ein Aktionsjahr – Evangelische Kirche gegen Rechtsextremismus, sowie die Woche des ausländischen Mitbürgers.

Die Novemberpogrome 1938  - bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November - auch Reichspogromnacht oder Reichskristallnacht genannt - waren eine vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Zerstörung von Leben, Eigentum und Einrichtungen der Juden im gesamten Deutschen Reich. Dabei wurden vom 7. bis 13. November 1938 etwa 400 Menschen ermordet oder in den Tod getrieben. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, wo nochmals Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. Fast alle Synagogen und viele jüdische Friedhöfe in Deutschland und Österreich wurden zerstört.

Heute, 70 Jahre später, hörten Krieg- Mord – Terror – Deportationen  auf und militärischer Frieden wurde geschlossen , zumindest in unserem Land.  An die Stelle der Nazidiktatur wurde, zumindest im Westen, Demokratie erkämpft – später – friedlich, auch im Osten. Menschenrechte und Menschenwürde sind verfassungsmäßig garantiert. Die Würde des Menschen ist unantastbar – heißt es im Grundgesetz, Artikel 1.  Und das betrifft alle Menschen, besonders auch die, die in unserem Land eine neue Heimat suchen oder Hilfe erhoffen – egal welcher Hautfarbe, Nation, Kultur. Kein Mensch hat das Recht, diese Würde anzugreifen. Das sagt nicht nur das Grundgesetz, das ist vor allem so bei Gott. Gott schuf den Menschen – und das meint: alle Menschen – zu seinem Bilde… .

Das Grundgesetz ist in unserem Land ein großartiger Sieg gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus. Aber – wo Menschen sich zu sicher fühlen – wo Menschen vergessen und ignorieren – wo Egoismus zum Maß der Dinge wird und Menschen sich wie Zuschauer auf den Tribühnen wie bei einem Fußballspiel sehen, kann schnell Intoleranz und Ignoranz ; Arroganz und Bequemlichkeit für die Dinge entstehen, die um einen herum passieren und- wird Gottes Menschensicht vergessen.

 Und was in unserem Land um uns herum geschieht – in Klein-und Großstädten, an Stammtischen, in Dorfkneipen... ist schlimm. Verbales vertont oder gedruckt in Tinte oder Farbe mit rechtsextremen und  antisemitischen Äußerungen hat sich breit gemacht – glatzköpfig und mit Springerstiefeln oder glattgebügelt im Anzug. Gleich, ob dumpfe Parolen gebrüllt werden oder sich demokratisch getarnt wird wie der Wolf im Schafspelz – Rechtsextremismus und Antisemitismus stehen für Hass und Gewalt; für Unfrieden, Unheil und Zerstörung.

Über Yad Vashem, der Gedenkstätte für die in den Konzentrationslagern umgekommenen Juden in Jerusalem, steht gewissermaßen unsichtbar: „ wir vergeben, vergessen können wir nicht.“ Das gilt es - nicht zu vergessen !

Wir haben von Gott die Fähigkeit bekommen, miteinander vernünftig – d.h. in Würde  umzugehen .

Es grüßt Sie – Ihr Pfarrer Christoph Knoll

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Monatsspruch
Mai 2012

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.
(1.Tim 4,4)
Jahreslosung 2012
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(2. Korinther 12,9)
Gedanken zur Jahreslosung
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