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Gedanken, Meditationen, Predigten - Archiv

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12.12.2007

Stollen – Lebkuchen – Christkind

Immer schon hatten die Menschen gern gefeiert, aber ein Fest für alle Menschen – das gab es noch nicht, jedenfalls nicht so ein schönes wie Weihnachten.Da schickte der liebende Gott einen Menschen auf die Welt, der allen Freude machte und vielen Hoffnung auf sinnvolles Leben gab und gibt.„Jesus“ heißt der Mensch – und dieser hebräische Name heißt auf deutsch: „Gott rettet“.

Später hat er einen Namen noch dazubekommen, nämlich „Christus“, was heißt: „der Gekrönte“, „Sohn Gottes“.
Alles fing klein an, mit der Ankündigung der Geburt dieses Jesus. Deshalb feiern wir auch Advent – warten auf die Ankunft des Gottessohnes – Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest.
Können sich die Älteren von Ihnen noch an Ihre Kindheit erinnern ? An die Vorfreude auf Weihnachten ? Ich schon:
als Kind hat meine Mutter mit meinen Geschwistern und mir Weihnachtsplätzchen  gebacken. Der Teig wurde auf einem großen Tisch mit der Rolle ganz flach ausgerollt und dann haben wir mit den Förmchen aus Aluminium kleine Sterne oder Stiefel oder Blätter ausgestochen. Gespannt schauten wir immer mal beim Backen in den Ofen, den leckeren Duft sehnsüchtig einatmend. Und dann kamen die fertigen Plätzchen in eine große Dose und wurden auf einem Schrank schön kühl gestellt, damit sie bis Weihnachten gut ziehen konnten. Wir Kinder hatten schon ein schlechtes Gewissen, wenn wir heimlich einmal ein klitzekleines Krümelchen naschten, denn – für Weihnachten waren sie bestimmt, für den Weihnachtsteller und das war etwas Besonderes. Das hatte auch immer etwas mit Atmosphäre  und einem Gefühl von Weihnachten zu tun.
Und heute ? Heute kann man die Plätzchen und Lebkuchen und Stollen schon im Oktober oder gar noch früher kaufen. Neulich im Supermarkt hörte ich eine Mutter zu ihrer Tochter flüstern: „Du, wollen wir uns nicht mal einen Stollen „holen“ und den zum Kaffeetrinken probieren ?“  Hat es vielleicht etwas damit zu tun, daß Weihnachten für ganz viele Menschen so sinnentleert geworden ist und gar keine so richtige Weihnachtsatmosphäre mehr aufkommen will, weil schon Wochen vorher vieles, was eigentlich zu Weihnachten gehört, bis zur Sättigung konsumiert wurde ? Der Duft und Genuß von Glühwein, der besondere Geschmack von Weihnachtsstollen ... fast schon erdrückt durch frühzeitiges Gedudel auf den Märkten und in den Kaufhäusern mit ihren schrillen Angeboten im Glitzer-und Glamourpapier ?! Viele Menschen leiden unter dieser Konsumkeule und wünschen, ja, sehnen sich zunehmend mehr nach dem Geheimnisvollen von Weihnachten.
Und worin liegt das Geheimnisvolle ? Die Bibel, das Buch der Christen, drückt es z.B. so aus:
„In Jesus Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.“

Christus, der in einem Stall geboren wurde, in Bethlehem durch Maria, seiner Mutter als Kind armer Leute-Ochs und Esel bliesen ihren warmen Atem über das Kind in der kalten Nacht-ein riesiger Stern leuchtete und unbekannte Menschen, Hirten und betuchte Herrschaften mit feinen Geschenken von Milch und Gold  brachten Glanz in diese Hütte . Und sie haben dies Geheimnisvolle verstanden: dieses Kind in der Futterkrippe ist ein Geschenk Gottes. Sie haben verstanden, daß Gott nicht in fernen Galaxien, nicht in unendlichen Weiten des Weltraums wohnt, sondern unter uns Menschen lebt als einer von uns. Das macht das Leben wichtig und gut ! Warum ?  Weil mit Christi Geburt die Menschenrechte aufgedeckt werden. Und das singen die Engel: „Fürchtet euch nicht, euch ist heute der Retter geboren... Friede auf Erden ... und er wird bei den Menschen wohnen, an denen er Gefallen hat.“ Jede und jeder soll es wissen: die Menschheit, jeder Einzelne, ist Geschöpf Gottes. Auch uns leuchtet ein guter Stern, auch uns ist im Sterben das Kreuz, das Pluszeichen mitgegeben. Wir bleiben Gott hinzugefügt. Deshalb: versuchen wir doch, uns nicht gegenseitig zu erniedrigen, uns nicht gegenseitig klein zu machen und die Schwächeren nicht aus den Augen zu verlieren.

Besuchen wir Weihnachten, auch die Gottesdienste – eine Ladestation mit Gottesenergie. Da gibt es Hoffnung pur und der Stern von Bethlehem scheint golden auch dir.


Ihr Pfarrer Christoph Knoll

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