24.01.2012
Meiningen im Februar 2012
Liebe Schwestern und Brüder!
„Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“
Diesen Satz finden wir im Alten Testament. Er steht im Buch Daniel 9, 18.
Daniel ist noch sehr jung, als er von Juda nach Babylon gebracht wird. Er wächst mit der Kultur dieser großen Stadt auf. Ich stelle mir vor, wie er staunend durch ihre Prachtstraßen läuft. Die herrlichen Häuser, die Parks, so etwas hat er noch nie gesehen. Am Königshof bekommt er eine gute Bildung und erlernt feine Umgangsformen. Daniel führt ein gutes Leben in Babylon. Doch wenn er nachts wach liegt, dann spürt er tief drinnen in
seinem Herzen, all das von Menschen gemachte, das Prächtige, erfüllt sein Herz nur halb. Er erkennt: Der Glaube seiner Väter ist nicht von Menschen gemacht. Der Gott Israels ist herrlicher als alles Gold in Babylon.
Daniel lässt sich vom Glauben an den Gott seiner Väter nicht abbringen.
Für seinen Glauben nimmt er sogar Nachteile in Kauf.
Als Beamter und Ratgeber am Königshof hätte er es zu etwas Großem bringen können, aber das ist ihm nicht wichtig. Daniel möchte nur Gott die Ehre geben. Er will sich nicht vor den Menschen niederwerfen.
Das Gespräch mit Gott, das Gebet, geht ihm über alles. Darin liegt für Daniel alles Gute!
Sogar als er in die Löwengrube geworfen wird und dem Tode nahe ist, betet er zu Gott. Das beeindruckt den König und er begnadigt ihn.
Der Glaube des Daniel ist so ansteckend, dass der König in den Satz einstimmen kann:
„Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“
Ich möchte auch in diesen Satz einstimmen.
Meine Zeit im Kirchenkreis Meiningen geht ihrem Ende entgegen. Es war eine fassettenreiche Zeit in kulturvoller Umgebung. Ich war von Oberhof bis Wasungen unterwegs, um mit den Gemeinden vertretungsweise Gottesdienste und Trauerfeiern, Hochzeiten und Taufen zu feiern.
Eine Frau, die ich oft im Hospiz Meiningen besuchte, sagte: „Ach, Frau Engelke, sie sind überall und nirgends“, und so eilte ich von den Betten der Kranken und Sterbenden zu den Trauernden und zu denen, die sich von Herzen am Leben freuen können. In der Kirchgemeinde Helba wurde ich herzlich aufgenommen und konnte verweilen. Heute sage ich Danke für all die Gespräche und für Eure Herzenswärme!
Am 1. März 2012 werde ich wieder ins Gemeindepfarramt gehen.
Am 12.2.2012 verabschiede ich mich um 14.00 Uhr mit einem Gottesdienst in Helba.
Dazu lädt die Kirchgemeinde ganz herzlich ein!
„Alles Gute!!!“
Eure Cornelia Engelke
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