Heute zählt die Pfarrei Meiningen 2.226 Gemeindemitglieder die sich zum katholischen Glauben bekennen. Sie erstreckt sich über das Stadtgebiet Meiningen hinaus. Ihr zugehörig ist die Filialgemeinde Obermaßfeld. Ebenso werden durch Pfarrer Hunold die Seelsorgstellen in Jüchsen, Walldorf, Wasungen und Metzels betreut. Als katholischer Seelsorger ist er auch für die Justizvollzugsanstalt in Untermaßfeld zuständig. Momentan kommt noch die derzeit vakante Pfarrarbeit in der Pfarrei Wolfmannshausen hinzu.
Herr Franz Neumann ist für die Gefängnisseelsorge in den JVA Untermaßfeld und Goldlauter zuständig
Die heutige katholische Pfarrgemeinde "St. Marien" entwickelte sich ausgangs des 19. Jahrhunderts. Nachdem 1542 die bis dahin 535 Jahre währende Zugehörigkeit Meiningens zum Herrschaftsbereich des Würzburger Bistums endete, lebten katholische Gläubige in Meiningen in der Diaspora. Nach dem Prinzip des Pfarrzwangs durften danach alle kirchlichen Handlungen nur vom zuständigen Pfarrer ausgeübt werden. Diesem standen auch die Stolgebühren zu, und er führte auch die Kirchenbücher. Dieses Pfarrrecht genossen aber ab Mitte des 16. Jahrhunderts in Meiningen die evangelischen Pfarrer.
Man muß es wohl der Zuwanderung von Katholiken zuschreiben, daß sich mit der Entwicklung des Herzogtums Sachsen-Meiningens im 19. Jahrhundert eine kleine Gläubigerschar bildete. Begünstigt durch den Zuzug des Kaplans von Wolfmannshausen, Wilhelm Rost, zur Betreuung der im Meiningen stationierten katholischen Soldaten im Jahre 1866 führte das Drängen um Anerkennung im Jahre 1867 zur Verleihung der Rechte einer katholischen Kirchengemeinde (mit der Einschränkung der Finanzierung aus eigenen Mitteln) durch den Herzog Georg II. Am 28.Januar 1869 erhielt der katholische Geistliche auch das Recht, ein Kirchenbuch zu führen.
Nachdem es 1881 zur Einweihung einer katholischen Kirche in Gegenwart des Herzoges durch den Würzburger Bischof Franz von Stein gekommen war, strebte man die Gründung einer Pfarrei an. Der rechtliche Status war bis dahin noch nicht, über den einer zur Pfarrei Wolfmannshausen gehörigen Seelsorgstation hinausgekommen. Erst mit dem Staatskirchenvertrag zur Errichtung einer katholischen Pfarrei in Meiningen kam es im Juli 1894 zur Ernennung von Carl Hennemann zum Pfarrer von Meiningen durch das bischöfliche Dekret. Damit war man als eigene Pfarrei wieder dem Bistum Würzburg zugehörig. Mit der Bildung des Erfurter Bistums wechselte die Zugehörigkeit in das neue Bistum Erfurt.
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