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Kinderhaus Regenbogen

Pädagogische Konzeption

Wenn Eltern ihre Kinder zu uns in das Kinderhaus schicken, werden sie sich fragen, was da bei uns mit dem Kind geschieht. Eine solche wichtige Frage kann nicht mit zwei Sätzen beantwortet werden. Alle Hinweise, die wir mit diesem Konzept geben wollen, müssen nicht die einzig richtige Pädagogik für Kindergartenkinder sein. Wie erzogen wird, hängt immer auch von den Menschen ab, die es tun. Dennoch stellen wir ein Konzept auf, nach dessen Regeln wir verantwortlich handeln und Fehler vermeiden wollen.

Wir arbeiten nach einer Methode, die sich "SITUATIONSORIENTIERTER ANSATZ" nennt. Diese Methode möchten wir erklären. Wie sich aus dem Begriff ablesen läßt, hat er etwas mit der Situation zu tun, in der sich das einzelne Kind oder die Gruppe befindet. Diese Situationen können sich auch aus aktuellen Anlässen ergeben.

Die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden.

Wichtig ist für uns immer, daß wir nicht den Kindern unsere Planung aufdrücken, eine Art Lehrplan erstellen und wie in der Schule Leistungsbewertung einführen. KINDERGARTENPÄDAGOGIK IST KEINE SCHULPÄDAGOGIK. Wir wollen keine Lerninhalte vorwegnehmen. Lernen wollen wir trotzdem - nur auf eine andere Weise.

Beim situationsorientierten Arbeiten gibt es einige wichtige Merkmale:

Das Lernen nach dem situationsorientierten Ansatz will Kinder befähigen, mit jetzigen und zukünftigen Lebenssituationen besser fertig zu werden.

UNSERE GRUNDLAGE

In unserem Kinderhaus möchten wir nach dem partnerschaftlichen Erziehungsstil arbeiten. Im Vordergrund steht dabei die Achtung, Anerkennung und Liebe zum einzelnen Kind als eine eigenständige Persönlichkeit. Als Individuum und als Mitglied der Gruppe wird das Kind Werte, Normen und Regeln erfahren. Das Kind wird aber auch mit seinen speziellen Bedürfnissen, Wünschen und Sorgen ernst genommen.

UNSERE ZIELE

Geborgenheit und Angenommensein
Kinder im Vorschulalter brauchen körperliche und sprachliche Zuwendung von den Erzieherinnen. Das Kind soll sich wohl fühlen, um Vertrauen zu den Erzieherinnen zu fassen. Kinder werden so angenommen, wie sie sind, ihr Zärtlichkeitsbedürfnis eingeschlossen. So lernen die Kinder, sich selbst anzunehmen, das ist die wichtigste Voraussetzung, um andere annehmen und lieben zu können.

Selbstsicherheit und Selbstvertrauen
Selbstsicherheit und Selbstvertrauen befähigen das Kind, seine Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse äußern zu können. Je sicherer sich das Kind fühlt, um so selbständiger und selbstbestimmter kann es mit seiner Umwelt umgehen.

Soziales Verhalten und Gemeinschaftsfähigkeit
Das Kind als Individuum mit seinen eigenen Bedürfnissen soll befähigt werden, sich in der Gruppe einzubringen. Das Gemeinschaftsleben setzt Regeln und enthält Normen und Werte, auf deren Basis ein harmonisches, fruchtbares Miteinander möglich ist. Das Kind soll lernen einsichtig und rücksichtsvoll zu sein, jedoch nicht einfach angepaßt, kritiklos und blind gehorsam.

Spontaneität, Kreativität, Phantasie
Diese Fähigkeiten ermöglichen dem Kind, seine Ideen auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Je breiter das angebotene Spektrum der Möglichkeiten ist, diese Fähigkeiten zu üben, desto mehr ist das Kind in der Lage, Folgerungen und Schlüsse aus den gemachten Erfahrungen zu ziehen.

UNSERE METHODE, UM DIESE ZIELE ZU ERREICHEN

Anhand von Beobachtungen setzen wir beim Entwicklungs- und Kenntnisstand des Kindes an und vermitteln auf dieser Basis Fähigkeiten und Lerninhalte. Die Aufgaben sind so gestaltet, daß das Kind auch einen Erfolg erkennt und erlebt. Durch Lob und Anerkennung erfährt es Bestätigung.

Das Kind soll aber auch eigene Möglichkeiten ausprobieren, und so auch seine eigenen Leistungsgrenzen und Fähigkeiten erfahren. Dazu sind Materialien und Spielangebote entweder offen im Raum oder für die Kinder erreichbar und haben so einen Aufforderungscharakter. Die Erzieherinnen verstehen sich als Ansprechpartner und leisten Hilfestellung. Die Raumgestaltung mit ihren Funktionsecken fördert Spiel- und Beschäftigungsideen.

Gemeinsame Gespräche, der Morgenkreis, Spiele, gemeinsame Erlebnisse sowie auch frei gewählte Spiele und Spielpartner sollen soziales Verhalten fördern.

DAS ARBEITEN MIT PLANUNGSEINHEITEN

Konkret sieht unsere Vorgehensweise folgendermaßen aus:

Zuerst nehmen wir eine Situationsanalyse unserer Kindergruppe vor. Dabei wird sehr ausführlich jedes einzelne Kind und die gesamte Gruppe berücksichtigt. Dann überlegen wir, welches Thema sich in der Situation anbietet, greifen dieses Thema auf und prüfen, ob es auch wirklich zu einem interessanten Stoff für die gesamte Gruppe werden kann.

Wenn wir die Ziele, die wir erreichen wollen und das Thema festgelegt haben, überlegen wir, mit welchen Mitteln wir diese Ziele am besten erreichen. Wir gehen in die detaillierte methodische Planung über, indem wir Angebote wie Bastelarbeiten, Bücher , Spiele, Lieder, Raumgestaltung usw. festlegen.

Die einzelnen Angebote werden von uns nach der Durchführung reflektiert. Das heißt, wir überlegen, ob das, was wir mit den Kindern gemacht haben, sinnvoll war,

Diese Reflexion halten wir in der Regel wöchentlich schriftlich fest. Das hilft uns, aus Fehlern zu lernen und Verbesserungen abzuleiten.

Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
Zu unserer Arbeit im Kindergarten gehört auch die Arbeit mit den Eltern. Es ist für uns ein wichtiges Anliegen, daß wir mit den Eltern eine Erziehungspartnerschaft praktizieren. Wir verstehen uns als familienerweitertes Angebot. Aus diesem Begriff geht hervor, daß wir einen schon vorhandenen Teil der Erziehung erweitern oder ergänzen wollen. Das heißt konkret, die Eltern haben ein Ersterziehungsrecht und auch die Ersterziehungspflicht.

Vertrauensvolle  Zusammenarbeit mit den Eltern hilft uns , unseren Erziehungsauftrag zu erfüllen. Je offener Eltern bereit sind, eigene Wertvorstellungen zu äußern, über mögliche Konfliktsituationen zu reden, eigene Probleme anzusprechen, desto besser können wir im Alltag mit den Kindern darauf reagieren. Neben den üblichen Tür- und Angel-Gesprächen bieten wir den Eltern Entwicklungsgespräche an, die im Kindergarten oder bei einem Hausbesuch stattfinden können. Weitere Formen der Elternarbeit sind Elternabende, gemeinsame Veranstaltungen mit Kindern und Eltern in den Gruppen und Feste des ganzen Hauses.

Der Weg von der Anmeldung im Kinderhaus Regenbogen bis zu den ersten Wochen in der Gruppe
Nachdem die Eltern eine schriftliche Bestätigung für den Platz in unserem Kinderhaus bekommen haben, führen wir etwa 4-2 Wochen vor dem Aufnahmetermin ein Aufnahmegespräch durch.  Dieses Gespräch führt im ersten Teil die Leiterin des Kinderhauses und im zweiten Teil eine Erzieherin der Gruppe, in die das Kind aufgenommen wird.

Bei dem Gesprächstermin mit der Leiterin geht es u.a. um folgende Themen:

Im Gespräch mit der Erzieherin sind folgende Themen geplant:

Naturpädagogik und Waldwochen im Kinderhaus Regenbogen

Zu unseren Zielen gehört es, Kinder die Natur intensiv erleben zu lassen.
Dazu sind wir - jeden Tag und bei jedem Wetter einige Zeit im Freien

Durch ganzjähriges Beobachten und Erleben der Natur eignen sich die Kinder Wissen über Abläufe und Zusammenhänge in der Natur an. Sie erleben die Natur mit allen Sinnen. Sie sehen die Blumen, riechen den Wald, hören die Vögel, fühlen den Waldboden . . . . . .

Bewegung bei jedem Wetter fördert die Gesundheit der Kinder, verbessert die Koordinierung der Bewegungsabläufe und die Kondition. Das Durchhaltevermögen der Kinder wird beim Wandern trainiert.

Wir erleben, daß die Kinder viel Freude und Spaß am Wandern und am Wald haben, dort ausgeglichen sind und kreativ spielen. Durch diese Naturerlebnisse und das angeeignete Wissen entwickeln die Kinder Achtung vor der Natur und Liebe zu ihr.

UNSERE RELIGIONSPÄDAGOGISCHE ARBEIT

Alle Menschen haben allgemein religiöse Fragen, z.B. Wo komme ich her?, Was kommt nach dem Tod?, Welchen Sinn hat das Leben? u.s.w.

Wir wollen diese Fragen auch schon bei den Kindern ernst nehmen und sie durch Einbeziehung christlicher Glaubensinhalte und -aussagen in unser situationsorientiertes Arbeiten aufnehmen.

Unsere religionspädagogische Arbeit hat drei grundlegende Erfahrungsbereiche:

1. das Erfahren von Vertrauen und Geborgenheit
Dort wo das Kind im Umgang mit den Erzieherinnen erfährt, daß es angenommen wird, kann das Vertrauen in sich und sein Leben wachsen. Dieses Grundvertrauen korrespondiert mit dem religiösen Vertrauen, der Gewißheit der Geborgenheit in Gott.

2. das Erfahren von positiven Naturerlebnissen
Positive Naturerlebnisse lösen bei Kindern intensive Freude, Faszination aus. Sie erleben die Natur als Geschenk. In der religiösen Deutung dieser Naturerlebnisse kann den Kindern nahegebracht werden, daß Gott der Schöpfer alles Lebens ist.

3. das Erfahren von gelungenen Beziehungen
Lebensbejahung erfahren die Kinder insbesondere in Beziehung zu anderen Menschen. Aber die Andersartigkeit aller Menschen erschwert oft den Aufbau gelungener Beziehungen.

Die religiöse Grundaussage, daß Gott mich liebt und annimmt, wie ich bin, und er auch die anderen Menschen liebt, wie sie sind, ermutigt, auf die Menschen zuzugehen, auch wenn sie anders und fremd sind.

So kann sich aus der religiösen Grundaussage, daß Gott alle Menschen liebt, eine Beziehungsfähigkeit entwickeln, die durch Offenheit geprägt ist.

Unsere religionspädagogische Arbeit soll den Kindern eine Offenheit für den christlichen Glauben ermöglichen und die allgemeinen Ziele unserer Kindergartenarbeit (siehe ZIELE) unterstützen.

Meiningen, im Juni 2002
Die Mitarbeiterinnen des Kinderhauses Regenbogen

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Monatsspruch
Juli 2010

So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!
(Hosea 12,7)
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Glaubt an Gott und glaubt an mich.
(Johannes 14, 1)
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